SharePoint Subscription Edition: Lizenz, Support und Updates erklärt

SharePoint Subscription Edition – IT-Administrator prüft den Update-Status der lokalen SharePoint-Server vor einem Serverraum mit Glaswand – AURUM GmbH Nürnberg

Die SharePoint Subscription Edition (SE) ist die aktuelle Version von SharePoint Server für den Betrieb im eigenen Rechenzentrum. Sie hat kein festes Supportende: Microsoft sichert Support bis mindestens 31. Dezember 2035 zu, solange Sie Ihre Farm aktuell halten. Lizenziert wird SE weiterhin über Server und CALs, allerdings nur mit Abo oder aktiver Software Assurance. Neue Funktionen kommen zweimal im Jahr als Feature Update.

Seit dem 14. Juli 2026 ist SE die einzige unterstützte SharePoint-Version für den eigenen Betrieb. Denn an diesem Tag endete der Support für SharePoint Server 2016 und 2019. Zum 31. Dezember 2026 folgt außerdem Office Online Server. Wer jetzt plant, sollte Lizenz, Support, Updates und Upgrade-Weg kennen.


Was ist die SharePoint Subscription Edition?

Die SharePoint Subscription Edition ist der Nachfolger von SharePoint Server 2019 für eigene Server. Microsoft hat sie am 2. November 2021 veröffentlicht. Anders als frühere Versionen trägt SE keine Jahreszahl mehr. Stattdessen entwickelt Microsoft dasselbe Produkt laufend weiter. Es gibt keine Service Packs, sondern monatliche kumulative Updates. Zweimal im Jahr bringen diese Updates zusätzlich neue Funktionen mit.

Technisch bleibt SE ein klassischer SharePoint Server. Sie betreiben die Farm selbst, mit Windows Server, SQL Server und Anmeldung über Active Directory oder OpenID Connect. Ihre Dokumente verlassen das eigene Rechenzentrum dabei nicht. Deshalb setzen Behörden, Banken, Versorger und Industrieunternehmen mit strengen Vorgaben weiter auf SE. Für sie ist SharePoint Online keine Option oder nur für einen Teil der Inhalte.

In unseren Projekten sehen wir dafür vor allem zwei Gründe. Erstens verlangen Datenschutz- und Compliance-Vorgaben, dass Dokumente im eigenen Rechenzentrum bleiben. Zweitens gelten in manchen Branchen eigene Regeln, etwa im öffentlichen Sektor oder für KRITIS-Betreiber.


Wie lange wird die SharePoint Subscription Edition unterstützt?

Die SharePoint Subscription Edition folgt der Modern Lifecycle Policy und hat deshalb kein festes Supportende. Laut Microsoft gilt der Support mindestens bis zum 31. Dezember 2035. Endet ein Produkt ohne Nachfolger, kündigt Microsoft das mindestens zwölf Monate vorher an. Den aktuellen Status zeigt der Lifecycle-Eintrag der Subscription Edition.

Der Support gilt allerdings nur, wenn Sie aktuell bleiben. Nach der Servicing-Richtlinie für SE ist jeder Build seit Januar 2023 genau ein Jahr lang unterstützt. Spielen Sie länger keine Updates ein, fällt Ihre Farm aus dem Support. Microsoft kann dann verlangen, dass Sie zuerst aktualisieren. Planen Sie deshalb feste Wartungsfenster, am besten monatlich.

Zum Vergleich: SharePoint Server 2016 und 2019 erhalten seit dem 14. Juli 2026 keine Sicherheitsupdates mehr. Eine bezahlte Verlängerung hat Microsoft für diese Versionen nicht veröffentlicht. Wie Sie die Zeit bis zum Umstieg absichern, beschreibt unser Notfallplan für das SharePoint-Supportende.


Wie wird die SharePoint Subscription Edition lizenziert?

Die SharePoint Subscription Edition wird nach dem Modell Server plus Zugriffslizenz (CAL) lizenziert. Neu ist die Bedingung dahinter: Server und CALs brauchen eine Abo-Lizenz oder aktive Software Assurance. Ohne eine der beiden dürfen Sie SE weder betreiben noch nutzen, so die Microsoft Product Terms. Bei den CALs gibt es weiterhin zwei Stufen:

  • Standard CAL: Grundlizenz für jeden Nutzer oder jedes Gerät mit Zugriff auf SharePoint.
  • Enterprise CAL: Zusatz zur Standard CAL, etwa für Enterprise Search, eDiscovery, Excel Services, Visio Services und DLP.
  • Öffentliche Inhalte: Für frei zugängliche Internetinhalte brauchen Sie keine CALs.

Läuft die Software Assurance aus, müssen Sie SE deinstallieren. Sie dürfen dann nur noch SharePoint Server 2019 einsetzen. Diese Version hat aber seit Juli 2026 keinen Support mehr. Praktisch ist SE damit ein laufender Kostenposten und kein Einmalkauf. Konkrete Preise hängen von Vertragsart und Volumen ab. AURUM berät Sie zum passenden Lizenzmodell und liefert auf Wunsch auch die SE-Lizenzen.


Feature Updates: Was zweimal im Jahr neu kommt

Microsoft liefert neue Funktionen für SE zweimal im Jahr als Feature Update aus. Die Updates heißen nach Jahr und Halbjahr, zum Beispiel 25H2 für die zweite Hälfte 2025. Sie stecken in den normalen monatlichen Updates, ein separater Download ist nicht nötig. Einige Beispiele aus den bisherigen Versionen:

VersionAusgeliefertBeispiele für neue Funktionen
ErstversionNovember 2021OpenID Connect mit Entra ID und AD FS, TLS 1.3, Server Core
22H22022Schadcode-Prüfung über AMSI, Feature Release Rings
25H2September 2025Verschlüsselte Datenbankverbindungen, CKEditor 5 im Web-Part-Editor
26H1Juni 2026Moderne Personenkarte und Document Intelligence im Standardkanal
26H2Oktober 2026Vollständige AMSI-Prüfung von Anfragen im Standardkanal

Über die Feature Release Rings legen Sie fest, wann neue Funktionen aktiv werden. Voreingestellt ist der Kanal „Standard release“ mit erprobten Funktionen. Im Kanal „Early release“ erhalten Sie Neuerungen früher, sie können sich aber noch ändern. Sie stellen den Kanal in der Zentraladministration oder mit Set-SPFeatureReleasePreference um (Anleitung bei Microsoft). Danach muss der Konfigurationsassistent auf jedem Server laufen.


Systemvoraussetzungen und Upgrade auf die SharePoint Subscription Edition

Die SharePoint Subscription Edition läuft auf Windows Server 2019, 2022 und 2025, jeweils Standard oder Datacenter. Zudem ist Server Core möglich. Als Datenbank brauchen Sie SQL Server 2019 ab CU5 oder SQL Server 2022 in der Standard- oder Enterprise-Edition. SQL Server Express unterstützt Microsoft dagegen nicht.

Für einen Produktivserver nennt Microsoft mindestens vier Kerne und 16 GB Arbeitsspeicher. TLS 1.3 nutzen Sie außerdem nur ab Windows Server 2022.

Upgrade von SharePoint 2016 und 2019

Ein Upgrade auf SE funktioniert nur über das Anfügen der Datenbanken (Database Attach). Sie bauen also eine neue SE-Farm auf und hängen Kopien Ihrer Inhaltsdatenbanken an. Direkt unterstützt sind SharePoint Server 2016 und 2019. Alle Datenbanken müssen mindestens Build 16.0.4351.1000 haben, sonst blockiert SharePoint das Upgrade. SharePoint 2010 oder 2013 braucht einen Zwischenschritt über 2016 oder 2019.

Prüfen Sie vorab, welche Komponenten SE nicht mehr unterstützt. Seit dem 14. Juli 2026 betrifft das laut Microsoft-Liste InfoPath Forms Services, SharePoint-2010-Workflows, SharePoint Designer 2013 und die Standardauthentifizierung. Teilweise laufen diese Funktionen noch, aber ohne Support. Als Ersatz kommen etwa der SharePoint Workflow Manager, Nintex oder in hybriden Umgebungen Power Automate infrage. Wer SE überspringen will, findet die Cloud-Wege im Beitrag SharePoint Server 2019 zu SharePoint Online migrieren.


Office Online Server endet: Folgen für die SharePoint Subscription Edition

Am 31. Dezember 2026 endet der Support für Office Online Server, die SharePoint Subscription Edition bleibt dagegen unterstützt. Office Online Server ist aber die Komponente, die Word, Excel und PowerPoint in SharePoint im Browser anzeigt. Ohne sie öffnen sich Dokumente nur noch in den Desktop-Apps.

Auch Vorschaubilder in Bibliotheken hängen an diesem Dienst. Die Vorschau in den Suchergebnissen entfällt voraussichtlich ebenfalls. Einen Nachfolger für den Betrieb im eigenen Rechenzentrum hat Microsoft nicht angekündigt.

Welche Funktionen genau wegfallen, erklärt unser Beitrag was mit dem Support-Ende von Office Online Server in SE konkret ausfällt. Wer die Anzeige im Browser behalten will, kann Office Render Engine als Ersatz für Office Online Server einsetzen. Die Software von AURUM zeigt Word-, Excel-, PowerPoint- und PDF-Dateien in SE wieder im Browser an. Sie läuft vollständig auf eigenen Servern. Bearbeiten im Browser ist damit derzeit nicht möglich, nur die Anzeige.


Subscription Edition oder SharePoint Online?

Die Subscription Edition passt, wenn Gesetze, Verträge oder interne Vorgaben einen Betrieb im eigenen Haus verlangen. Dafür tragen Sie Updates, Server und Betrieb selbst. SharePoint Online passt dagegen, wenn Sie Betriebsaufwand abgeben und Cloud-Funktionen wie Copilot nutzen wollen. Microsoft übernimmt dann Updates und Infrastruktur. Die wichtigsten Unterschiede:

KriteriumSubscription EditionSharePoint Online
BetriebEigene Server und eigenes TeamMicrosoft betreibt die Plattform
DatenhaltungEigenes Rechenzentrum, auch ohne InternetMicrosoft-Rechenzentren, Datenhaltung in der EU möglich
UpdatesMonatlich selbst einspielenAutomatisch durch Microsoft
Neue FunktionenZweimal im Jahr, ausgewähltLaufend, inklusive Copilot
Dokumente im BrowserAb 2027 nur mit ZusatzlösungOffice für das Web inklusive
KostenLizenzen mit SA plus Server, SQL und BetriebAbo pro Nutzer

Eine dritte Variante ist der Hybridbetrieb: sensible Bereiche bleiben on-premises, die Zusammenarbeit läuft in Microsoft 365. Eine ausführliche Gegenüberstellung finden Sie auf unserer Seite zur SharePoint-Beratung für Server und Online.


Welche Vorteile hat SE für den Mittelstand?

SE bietet dem Mittelstand vor allem zwei Vorteile: Planungssicherheit und Datenhoheit im eigenen Rechenzentrum. Mit Support bis mindestens 2035 entfällt der Versionssprung alle paar Jahre. Zudem bleiben Ihre Dokumente im eigenen Netz, auch ohne Internetanbindung. Neue Funktionen kommen per Update statt per Neuinstallation. Weitere Vorteile in der Praxis:

  • Kein Neuaufbau für neue Funktionen: Statt einer neuen Version wie bei 2016 und 2019 kommen Funktionen per Update.
  • Datenhoheit: Dokumente bleiben im eigenen Netz, auch in abgeschotteten Umgebungen ohne Internet.
  • Aktuelle Sicherheit: TLS 1.3, AMSI-Prüfung und OpenID Connect sind an Bord.
  • Bestehende Inhalte bleiben: Inhalte, Berechtigungen und Websitestrukturen kommen per Database Attach mit.
  • Hybridfähig: Die Cloud-Hybridsuche verbindet SE ab Version 25H1 mit Microsoft 365.

Eigene Lösungen und Anpassungen müssen Sie beim Umstieg allerdings prüfen und neu bereitstellen. Deshalb lohnt sich eine Bestandsaufnahme vor dem Upgrade.


Typische Fehler beim Betrieb von SE

Der häufigste Fehler ist, SE wie eine klassische Version zu behandeln und Updates aufzuschieben. Dann fällt die Farm nach zwölf Monaten aus dem Support. Microsoft kann Hilfe bei Problemen deshalb ablehnen, bis Sie aktualisiert haben. Sicherheitslücken bleiben zudem offen, bis das nächste Update installiert ist. Weitere häufige Fehler:

  1. Software Assurance auslaufen lassen: Ohne SA oder Abo erlischt das Recht, SE zu betreiben.
  2. Office Online Server vergessen: Das Upgrade gelingt, doch ab 2027 öffnen sich Dokumente nicht mehr im Browser.
  3. Altlasten mitnehmen: InfoPath-Formulare und 2010-Workflows laufen ohne Support weiter, bis sie ausfallen.
  4. Early release ungetestet aktivieren: Neue Funktionen können sich ändern. Testen Sie sie zuerst in einer Testfarm.
  5. Kein Zielbild: Ohne Klärung, welche Inhalte on-premises bleiben müssen, ziehen zu viele oder zu wenige Daten um.

In unseren Upgrade-Projekten zeigt sich ein Stolperstein immer wieder: eigene Farm-Lösungen und individueller Code. Ihre Inkompatibilität fällt oft erst im Upgrade-Test auf. Erfassen und prüfen Sie deshalb alle Anpassungen, bevor Sie den Zeitplan festlegen.


Was AURUM für Sie übernimmt

AURUM begleitet Sie von der Bestandsaufnahme bis zum Betrieb Ihrer SE-Farm. Unsere Consultants in Nürnberg prüfen Farm, Datenbanken, eigene Lösungen und veraltete Komponenten. Danach legen wir mit Ihnen das Zielbild fest: Subscription Edition, SharePoint Online oder hybrid. Wir bauen die neue Farm auf und führen das Upgrade per Database Attach durch.

Erfahrung mit Migrationen von SharePoint Server bringen wir unter anderem aus der SharePoint-2016-Migration bei Epson mit. Alte InfoPath-Formulare und Workflows lösen wir ab, wie bei Koehler Paper mit Nintex. Nach dem Upgrade übernehmen wir auf Wunsch die monatlichen Updates und den laufenden Support Ihrer Farm.

Für die Anzeige von Office-Dateien ohne Office Online Server haben wir Office Render Engine entwickelt. Sie dient nur zur Anzeige, nicht zum Bearbeiten. Mehr zu unserem Angebot lesen Sie auf der Seite zur SharePoint-Beratung.


Häufige Fragen zur SharePoint Subscription Edition

Wann endet der Support für die SharePoint Subscription Edition?

Es gibt kein festes Enddatum. Sie folgt der Modern Lifecycle Policy. Microsoft sichert Support mindestens bis zum 31. Dezember 2035 zu. Voraussetzung ist, dass Ihr installierter Build nicht älter als zwölf Monate ist.

Was passiert, wenn die Software Assurance ausläuft?

Dann dürfen Sie die Subscription Edition nicht mehr betreiben. Laut den Microsoft Product Terms müssen Sie SE deinstallieren und dürfen nur noch SharePoint Server 2019 nutzen. Da SharePoint 2019 seit dem 14. Juli 2026 keinen Support mehr hat, sollten Sie Abo oder Software Assurance ohne Lücke verlängern.

Kann ich direkt von SharePoint 2016 oder 2019 auf SE upgraden?

Ja, über das Anfügen der Datenbanken an eine neue SE-Farm (Database Attach). Alle Datenbanken müssen mindestens Build 16.0.4351.1000 haben. Von SharePoint 2013 oder 2010 brauchen Sie einen Zwischenschritt über 2016 oder 2019.

Weitere häufige Fragen zu Voraussetzungen und Office Online Server

Läuft die SharePoint Subscription Edition auf Windows Server 2025?

Ja. Microsoft unterstützt Windows Server 2019, 2022 und 2025, jeweils auch als Server Core. TLS 1.3 steht allerdings erst ab Windows Server 2022 zur Verfügung. Als Datenbank brauchen Sie SQL Server 2019 ab CU5 oder SQL Server 2022.

Funktioniert die Subscription Edition nach dem Ende von Office Online Server weiter?

Ja, die Subscription Edition bleibt unterstützt. Ohne Office Online Server oder einen Ersatz öffnen sich Word-, Excel- und PowerPoint-Dateien aber nicht mehr im Browser. Microsoft hat keinen Nachfolger für den Betrieb im eigenen Rechenzentrum angekündigt. Die Anzeige übernehmen deshalb Zusatzlösungen, etwa Office Render Engine von AURUM (nur Anzeige, keine Bearbeitung).

Fazit: SE ist der Weg für SharePoint im eigenen Haus

Die SharePoint Subscription Edition ist bis mindestens 2035 die einzige unterstützte SharePoint-Version für das eigene Rechenzentrum. Sie verlangt aber Disziplin: aktive Software Assurance, regelmäßige Updates und einen Plan für die Office-Anzeige ab 2027. Läuft bei Ihnen noch SharePoint 2016 oder 2019, sollten Sie das Upgrade jetzt planen. Wir unterstützen Sie gern dabei.

 

Post teilen: