Claude für Unternehmen bezeichnet die geschäftlichen Angebote von Anthropic: die Pläne Team und Enterprise, die API und Claude über Cloud-Plattformen. Für Firmendaten kommen nur diese kommerziellen Wege infrage, nicht die privaten Pläne Free, Pro oder Max. Der Auftragsverarbeitungsvertrag ist dort Teil der Vertragsbedingungen, und Ihre Eingaben werden standardmäßig nicht zum Training genutzt.
Für Unternehmen mit Microsoft 365 gibt es zudem einen eigenen Weg: Claude-Modelle stecken bereits in Microsoft 365 Copilot. Entscheidend ist deshalb weniger das Modell als der Zugangsweg. Er bestimmt, wo Daten verarbeitet werden, wer Vertragspartner ist und wie abgerechnet wird. Dieser Leitfaden ordnet Pläne, Kosten, Datenschutz und Einführung für den Mittelstand ein, Stand Oktober 2026.
Was ist Claude für Unternehmen?
Claude ist eine Familie von KI-Modellen des US-Unternehmens Anthropic. Unternehmen nutzen sie als Chat-Assistenten, in eigenen Anwendungen oder als Agenten, die mehrere Schritte selbstständig ausführen. Aktuell empfiehlt Anthropic Claude Opus 5.5 als Standardmodell. Daneben gibt es Sonnet 5.5 für schnelle Aufgaben, Haiku 5.5 für große Mengen und Fable 5.1 für besonders anspruchsvolle Analysen.
Im Arbeitsalltag zeigt Claude seine Stärken vor allem bei dokumentenintensiven Aufgaben. Dazu gehören lange Verträge und Ausschreibungen, sorgfältig formulierte Texte und Abläufe, die Informationen aus mehreren Quellen zusammenführen. Mit Claude Code gibt es außerdem ein Werkzeug für Entwicklerteams. Claude Cowork übernimmt mehrstufige Aufgaben auf dem Desktop. Im November 2025 hat Anthropic zudem Büros in Paris und München angekündigt.
Welche Claude-Pläne gibt es für Unternehmen?
Für Unternehmen gibt es zwei Pläne, Team und Enterprise, sowie die API mit Abrechnung nach Verbrauch. Team kostet ab 20 US-Dollar pro Platz und Monat, Enterprise gibt es ab 20 Plätzen. Die folgenden Preise stammen von der Preisseite von Anthropic, Stand Oktober 2026. Anthropic nennt sie nur in US-Dollar und pro Platz und Monat.
| Plan | Preis pro Platz und Monat (USD) | Wichtige Funktionen | Passt für |
|---|---|---|---|
| Team Standard | 20 bei jährlicher, 25 bei monatlicher Zahlung | SSO, zentrale Abrechnung, Claude Code und Cowork | Teams von 2 bis 150 Personen |
| Team Premium | 100 bei jährlicher, 125 bei monatlicher Zahlung | Wie Standard, mit fünffachem Nutzungsvolumen | Intensive Nutzer im Team-Plan |
| Enterprise | 20 plus Nutzung zu API-Preisen | SCIM, Audit-Logs, Compliance-API, eigene Aufbewahrung, IP-Freigaben, Rollen | Ab 20 Plätzen, mit Compliance-Anforderungen |
| API | Nach Verbrauch pro Token | Einbindung in eigene Anwendungen und Agenten | Integrationen und Automatisierung |
Zwei Punkte werden oft falsch dargestellt. Erstens enthält schon der Team-Plan Single Sign-on, Enterprise ergänzt die automatische Benutzerverwaltung per SCIM. Zweitens ist Claude Code auch im Standard-Platz enthalten, der Premium-Platz bringt nur mehr Nutzungsvolumen. Bei Enterprise hängen die Kosten zusätzlich von der Nutzung ab. Planen Sie deshalb ein Budget für den Verbrauch ein, nicht nur für die Plätze.
Vier Wege zu Claude: Welcher passt zu Ihrem Unternehmen?
Claude erreichen Sie über vier Wege, die sich bei Datenverarbeitung, Vertrag und Abrechnung deutlich unterscheiden. Die Wahl des Wegs ist für den Datenschutz wichtiger als die Wahl des Plans. Den Status der EU-Verarbeitung führt Anthropic auf einer eigenen Übersicht zur regionalen Compliance.
| Weg | Vertragsrolle | Verarbeitung in der EU | Geeignet für |
|---|---|---|---|
| claude.ai Team / Enterprise | Anthropic als Auftragsverarbeiter | Keine EU-Option veröffentlicht | Wissensarbeit im Browser und auf dem Desktop |
| Microsoft 365 Copilot | Anthropic als Unterauftragsverarbeiter von Microsoft | Derzeit außerhalb der EU-Datengrenze | Unternehmen mit Copilot-Lizenzen |
| Microsoft Foundry | Anthropic als Verarbeiter für Microsoft | Nur globale oder US-Datenzone, EU angekündigt | Eigene Anwendungen mit Azure-Abrechnung |
| AWS Bedrock / Google Vertex AI | Cloud-Anbieter als Auftragsverarbeiter | Möglich über EU-Regionen | Anwendungen mit EU-Vorgabe |
Was die Wege in der Praxis bedeuten
Die direkte Anthropic-API verarbeitet laut Dokumentation global oder auf Wunsch nur in den USA. Eine reine EU-Verarbeitung bietet sie jedoch nicht. Bei AWS Bedrock rufen Sie die aktuellen Modelle dagegen über die EU-weite regionsübergreifende Verarbeitung auf. Die Anfragen bleiben in EU-Regionen, aber nicht zwingend in Frankfurt. Microsoft Foundry rechnet zwar über Azure ab, eine EU-Datenzone steht dort jedoch noch aus.
Für Microsoft-365-Kunden ist Copilot oft der naheliegende Einstieg. Laut Microsoft sind Claude-Modelle in EU-Tenants standardmäßig für keine Benutzer aktiv. Für Word, Excel und PowerPoint gilt dagegen eine eigene Einstellung. In EU-Tenants, die nach dem 25. März 2026 angelegt wurden, ist sie bereits eingeschaltet. Welche Schalter Sie prüfen sollten, zeigt unser Beitrag zu Anthropic-Modellen in Copilot und der EU-Datengrenze. Bei der Einrichtung unterstützt Sie unsere Microsoft Copilot Beratung.
Ist Claude für Unternehmen DSGVO-konform?
Claude lässt sich DSGVO-konform einsetzen, wenn Sie einen kommerziellen Weg wählen und ihn sauber konfigurieren. Für Team, Enterprise und die API ist der Auftragsverarbeitungsvertrag (DPA) automatisch Teil der Vertragsbedingungen. Für Übermittlungen in die USA nutzt Anthropic zudem die EU-Standardvertragsklauseln. Eingaben aus kommerziellen Produkten verwendet Anthropic laut eigener Aussage standardmäßig nicht zum Training.
Gelöschte Chats entfernt Anthropic innerhalb von 30 Tagen aus den Systemen. Eine Nullspeicherung (Zero Data Retention) gibt es nur für die API und nur auf Anfrage. Für die Oberflächen von Team und Enterprise steht sie dagegen nicht zur Verfügung. Bei personenbezogenen oder vertraulichen Daten empfehlen wir deshalb eine Datenschutz-Folgenabschätzung vor dem Start.
Betriebsrat und EU AI Act
Claude Enterprise protokolliert Nutzung und Aktivitäten, etwa in Audit-Logs und Nutzungsauswertungen. Damit kann ein Mitbestimmungsrecht nach § 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG entstehen. Binden Sie den Betriebsrat deshalb früh ein, wie in unserem Beitrag zur Betriebsvereinbarung für KI-Werkzeuge beschrieben. Zusätzlich gilt seit dem 2. Februar 2025 die Pflicht zur KI-Kompetenz nach Artikel 4 des EU AI Act. Wie Sie beides umsetzen, erläutert unsere Seite zu KI-Datenschutz und EU AI Act.
Claude im Unternehmen einführen: fünf Schritte
Eine Claude-Einführung gelingt in fünf Schritten: Anwendungsfälle wählen, Zugangsweg festlegen, Verträge klären, Pilot durchführen und ausrollen. Die Reihenfolge ist entscheidend, denn Datenschutz-Folgenabschätzung und Betriebsvereinbarung brauchen Vorlauf. Planen Sie deshalb beide früh ein. In unseren Projekten dauert der Pilot meist rund vier Wochen, der Rollout folgt danach. So sieht ein bewährter Ablauf aus:
- Anwendungsfälle auswählen: Starten Sie mit zwei oder drei Aufgaben mit klarem Nutzen, etwa Vertragsprüfung oder Angebotsentwürfe.
- Zugangsweg und Plan festlegen: Ordnen Sie Ihre Daten Schutzklassen zu. Daraus folgt, ob claude.ai, Copilot, Foundry oder Bedrock passt.
- Verträge und Mitbestimmung klären: Prüfen Sie AVV und Datenschutz-Folgenabschätzung und stimmen Sie eine Betriebsvereinbarung ab.
- Pilot durchführen: Testen Sie mit einer kleinen Gruppe aus mehreren Abteilungen und messen Sie Zeitaufwand und Qualität vorher und nachher.
- Ausrollen und schulen: Richten Sie die Anmeldung per SSO ein, etwa über Microsoft Entra ID, und schulen Sie alle Nutzer.
Wie wir Anwendungsfälle priorisieren und Pilotprojekte aufsetzen, beschreibt unsere KI-Beratung. Soll Claude in Fachsysteme wie ERP oder CRM, hilft die KI-Integration per API.
Welche Vorteile hat Claude für den Mittelstand?
Claude spart im Mittelstand vor allem dort Zeit, wo viel Text gelesen, geprüft und geschrieben wird. Typische Einsatzfelder sind Verträge, Ausschreibungen und Angebote. Zudem lässt sich Claude in bestehende Microsoft- und Cloud-Umgebungen einbinden, auch direkt in Microsoft 365 Copilot. Die wichtigsten Vorteile in der Praxis:
- Lange Dokumente: Verträge, Ausschreibungen und Handbücher lassen sich zusammenfassen, vergleichen und prüfen.
- Sorgfältige Texte: Angebote, Berichte und Antworten entstehen schneller und folgen Ihren Vorgaben.
- Mehrstufige Abläufe: Agenten führen Aufgaben über mehrere Systeme hinweg aus.
- Flexible Wege: Sie wählen den Zugang passend zu Ihren Daten, von claude.ai bis zur EU-Region bei AWS oder Google.
- Wissen nutzbar machen: Zusammen mit einem KI-Wissensassistenten beantwortet Claude Fragen auf Basis Ihrer Dokumente.
Typische Fehler beim Einsatz von Claude
Der häufigste Fehler ist Schatten-KI: Mitarbeitende nutzen private Pro-Konten mit Firmendaten. Für diese Pläne gelten die Verbraucherbedingungen, ein Auftragsverarbeitungsvertrag fehlt. Ein offizielles Angebot mit klaren Regeln ist deshalb der beste Schutz. Ebenso häufig fehlt ein klarer Anwendungsfall, daher bleiben teure Lizenzen weitgehend ungenutzt. Weitere typische Fehler:
- EU-Verarbeitung unterstellen: Weder claude.ai noch die direkte API, Foundry oder Copilot bieten jedoch heute eine reine EU-Verarbeitung.
- Copilot-Einstellungen übersehen: In EU-Tenants ab dem 25. März 2026 ist Claude in Word, Excel und PowerPoint bereits eingeschaltet.
- Betriebsrat zu spät einbinden: Fehlt die Betriebsvereinbarung, kann sich der Rollout deutlich verzögern.
- Ohne Anwendungsfall starten: Lizenzen ohne klares Ziel bleiben folglich weitgehend ungenutzt.
- Nur Plätze budgetieren: Bei Enterprise und API entstehen zusätzlich verbrauchsabhängige Kosten.
Was AURUM für Sie übernimmt
AURUM ist Teil des Claude Partner Network – Services Program und Microsoft Solutions Partner. Wir begleiten Sie von der ersten Idee bis zum laufenden Betrieb. Dazu gehören Workshops zu Anwendungsfällen und die Wahl des passenden Zugangswegs. Wir richten Claude in Microsoft 365 oder Azure ein und konfigurieren SSO über Entra ID. Außerdem binden wir Claude per API an Ihre Systeme an.
Datenschutz, Betriebsvereinbarung und Schulungen planen wir von Anfang an mit. Unser Grundsatz: Einführung statt Lizenzverkauf, mit einem Ansprechpartner für Konzept, Umsetzung und Betrieb. Ein typischer erster Anwendungsfall ist die Prüfung von Verträgen und Ausschreibungen.
Häufige Fragen zu Claude für Unternehmen
Ist Claude DSGVO-konform nutzbar?
Ja, mit einem kommerziellen Angebot und passender Konfiguration. Für Team, Enterprise und die API ist der Auftragsverarbeitungsvertrag Teil der Anthropic-Vertragsbedingungen. Eingaben werden standardmäßig nicht zum Training verwendet. Prüfen Sie zusätzlich den Ort der Verarbeitung und führen Sie bei Bedarf eine Datenschutz-Folgenabschätzung durch.
Was kostet Claude für Unternehmen?
Claude Team kostet laut Anthropic 20 US-Dollar pro Standard-Platz und Monat bei jährlicher Zahlung. Premium-Plätze mit mehr Nutzungsvolumen kosten 100 US-Dollar. Enterprise kostet 20 US-Dollar pro Platz plus Nutzung zu API-Preisen, ab 20 Plätzen. Stand ist Oktober 2026, Euro-Preise veröffentlicht Anthropic nicht.
Trainiert Anthropic mit unseren Unternehmensdaten?
Nein, nicht standardmäßig. Eingaben und Ausgaben aus kommerziellen Produkten nutzt Anthropic nicht zum Training. Ausnahmen sind ausdrückliches Feedback wie Daumen hoch oder runter und eine bewusste Zustimmung. In Team und Enterprise können Administratoren das Feedback abschalten.
Weitere Fragen zu Claude, Microsoft 365 und Copilot
Kann man Claude in Microsoft 365 nutzen?
Ja. Claude-Modelle stehen in Microsoft 365 Copilot zur Verfügung, etwa im Researcher, in Copilot Studio sowie in Word, Excel und PowerPoint. In EU-Tenants steht die allgemeine Einstellung standardmäßig auf „keine Benutzer“. In EU-Tenants, die nach dem 25. März 2026 angelegt wurden, ist Claude jedoch in Word, Excel und PowerPoint bereits aktiv. Die Verarbeitung erfolgt derzeit außerhalb der EU-Datengrenze von Microsoft.
Claude oder Microsoft Copilot: Was passt besser?
Das hängt von der Aufgabe ab, oft ist die Kombination sinnvoll. Copilot arbeitet direkt in Teams, Outlook und Word mit Ihren Microsoft-365-Daten. Claude spielt seine Stärken bei langen Dokumenten, sorgfältigen Texten und mehrstufigen Abläufen aus.
Fazit: Erst den Weg wählen, dann den Plan
Claude für Unternehmen lohnt sich vor allem bei dokumentenintensiver Arbeit und mehrstufigen Abläufen. Wählen Sie zuerst den Zugangsweg passend zu Ihren Daten, dann den Plan. Klären Sie Auftragsverarbeitung, Betriebsrat und Schulung vor dem Rollout. Als Microsoft Solutions Partner und Mitglied im Claude Partner Network – Services Program unterstützen wir Sie gern dabei.























