Intranet Anbieter Vergleich: SharePoint, Jint, Staffbase & Co.

Intranet Anbieter Vergleich – Mitarbeiter navigiert auf großem Monitor durch ein Intranet-Portal mit News-Kacheln – AURUM GmbH Nürnberg

Welcher Intranet-Anbieter passt, entscheidet vor allem die Architektur: Läuft das Intranet in Microsoft 365 oder als eigenständige Plattform daneben? Für Unternehmen mit Microsoft 365 ist SharePoint Online der Ausgangspunkt, weil die Lizenz meist schon vorhanden ist. Erweiterungen wie Jint oder Powell ergänzen SharePoint um fertige Module. Eigenständige Plattformen wie Staffbase, Haiilo, LumApps oder Simpplr bringen eigene Apps und Redaktionswerkzeuge mit, kosten aber zusätzliche Lizenzen. Dieser Intranet Anbieter Vergleich ordnet die Anbieter nach Architektur, Datenhaltung und Preismodell. Die Angaben stammen aus öffentlichen Herstellerseiten, die Preise kleinerer Tools aus OMR (Stand: 3. November 2026). Als Jint-Partner legen wir offen: Wir ordnen nach Kriterien, nicht nach Rang.


Welche Arten von Intranet-Anbietern gibt es?

Es gibt drei Architekturen: SharePoint Online allein, Erweiterungen innerhalb von Microsoft 365 und eigenständige Plattformen. Sie bestimmen Kosten, Datenhaltung und Betriebsaufwand stärker als einzelne Funktionen. Bei SharePoint Online entsteht das Intranet aus Kommunikationsseiten, Teamwebsites und Navigation in Ihrem Microsoft-365-Tenant.

Erweiterungen wie Jint und Powell laufen innerhalb von Microsoft 365. Sie liefern Web Parts, Vorlagen und Module, die Inhalte bleiben in SharePoint. Eigenständige Plattformen wie Staffbase oder Haiilo laufen dagegen in einer eigenen Cloud. Sie binden Microsoft 365 per Schnittstelle an und erreichen deshalb auch Beschäftigte ohne Microsoft-Konto.

Welche Architektur passt, hängt von drei Fragen ab: Wen soll das Intranet erreichen? Wie viel Gestaltungsarbeit wollen Sie selbst leisten? Wo dürfen die Daten liegen?


Intranet Anbieter Vergleich: Die Übersicht

Von acht Anbietern ist nur SharePoint Online ohne Zusatzlizenz Teil Ihres Microsoft-365-Tenants. Jint und Powell erweitern ihn, die übrigen fünf bringen eine eigene Plattform oder Schicht mit eigenem Vertrag mit. Öffentliche Preise fanden wir nur bei Microsoft. Die Tabelle zeigt Architektur, Preismodell und Hosting laut Herstellerangaben (Stand: 3. November 2026).

AnbieterArchitekturPreiseHosting laut Hersteller
SharePoint OnlineTeil von Microsoft 365In Business-Plänen enthaltenMicrosoft-Tenant
JintErweiterung in Microsoft 365Nur auf AnfrageDaten im eigenen Microsoft-Tenant
PowellErweiterung in Microsoft 365Nur auf Anfrage, drei ModuleLäuft im Microsoft-Tenant
StaffbaseEigenständige PlattformNur auf AnfrageEU, USA oder Australien wählbar
HaiiloEigenständige PlattformNur auf AnfrageEU (Deutschland) oder USA wählbar
LumAppsEigenständige PlattformKeine Preisliste gefundenGoogle Cloud und Azure
SimpplrEigenständige PlattformNur auf AnfrageAWS und Salesforce, US- und EU-Regionen
UnilyEigene Schicht über Microsoft 365Nur auf AnfrageRegion nicht genannt


SharePoint Online als Intranet: Was ist enthalten, wo liegen die Grenzen?

SharePoint Online ist in den Microsoft-365-Plänen Business Basic, Standard und Premium enthalten und damit der Ausgangspunkt für viele Intranets. Business Basic kostet laut Microsoft 6,07 € pro Nutzer und Monat (zzgl. MwSt., Jahresabo, Stand: 3. November 2026). Die Business-Pläne sind auf 300 Nutzer begrenzt, darüber folgen Enterprise-Pläne wie Microsoft 365 E3 für 37,78 €.

Die Grenzen betreffen dagegen vor allem Zielgruppensteuerung und Gestaltungsaufwand. Die SharePoint-App in Teams (früher Viva Connections) erlaubt ohne zusätzliche Lizenz nur eine Erfahrung. Für zwei bis 50 Erfahrungen, zum Beispiel je Zielgruppe, braucht jeder Nutzer im Tenant eine Viva-Lizenz. Eigene Erweiterungen entstehen über das SharePoint Framework (SPFx). Außerdem müssen Sie Struktur, Navigation und Berechtigungen selbst konzipieren. Wie das gelingt, zeigt unser Beitrag Intranet mit SharePoint: Planung in 7 Schritten.


Jint und Powell: Intranet-Module direkt in Microsoft 365

Jint und Powell erweitern SharePoint und Teams um fertige Intranet-Bausteine, während die Inhalte im Microsoft-Tenant bleiben. Beide laufen laut Hersteller innerhalb von Microsoft 365, und wir fanden bei keinem eine öffentliche Preisliste. Jint (früher Mozzaik365) bezeichnet sich laut Jint-Website als „Built on Microsoft 365“. Es bietet über 50 Web Parts für SharePoint sowie eine Variante für Teams und Web. Nach Herstellerangabe werden Daten im eigenen Tenant gehalten und nicht von Jint gespeichert.

Für Nutzer ohne Microsoft-Lizenz nennt Jint höhere Preise wegen zusätzlicher Hosting- und Authentifizierungskosten. Deshalb sollten Sie dort den Datenstandort gesondert klären. Powell gibt auf seiner Website an, vollständig im Microsoft-365-Tenant zu laufen. Das Angebot ist in die Module Foundation, Boost und Advanced gestaffelt. Offenlegung: AURUM ist Jint-Partner, Details finden Sie auf unserer Jint-Partnerseite.


Eigenständige Plattformen: Staffbase, Haiilo, LumApps, Simpplr und Unily

Eigenständige Plattformen lohnen sich typischerweise, wenn Sie viele Beschäftigte ohne Microsoft-Konto erreichen müssen. Die Anbieter unterscheiden sich bei Herkunft, Hosting und Zielgröße:

  • Staffbase (Chemnitz): Hosting in der EU, den USA oder Australien wählbar, Hosting-Standorte mit ISO 27001 und SOC 2, laut Sicherheitsseite. Keine öffentliche Preisliste.
  • Haiilo (Hamburg): laut Selbstdarstellung 2022 aus COYO, Smarp und Jubiwee hervorgegangen, Hosting in Deutschland oder den USA wählbar, ISO 27001 und SOC 2 Type II laut Sicherheitsseite. Die meisten Kunden starten nach eigener Angabe bei rund 500 Beschäftigten.
  • LumApps (Lyon): laut Unternehmensseite 2025 mit Beekeeper zusammengegangen, Betrieb auf Google Cloud und Azure, Microsoft 365 per Integration angebunden.
  • Simpplr (Redwood City, USA): Hosting auf Salesforce und AWS in US- und EU-Regionen, siehe Sicherheitsseite.
  • Unily: legt eine eigene Schicht über Microsoft 365, genannte Referenzkunden sind überwiegend Großunternehmen.

Zu Mitbestimmung und Betriebsrat fanden wir auf den Herstellerseiten keine Aussagen. Das klären Sie im Vertragsgespräch.


Was kostet ein Intranet wirklich? Lizenz, Einführung und Betrieb

Die Lizenz ist nur ein Teil der Kosten, und die meisten Hersteller nennen ihre Preise nur auf Anfrage. Drei Blöcke bestimmen das Budget: Lizenzen, Einführung (Konzept, Design, Migration, Schulung) und laufender Betrieb samt Redaktion. Bei SharePoint ist die Lizenz dagegen meist schon bezahlt. In unserer Beispielrechnung für 50, 150 und 300 Mitarbeiter liegen die einmaligen Projektkosten zwischen rund 12.000 und 57.000 €.

Preise kleinerer Intranet-Tools

Einige kleinere Anbieter veröffentlichen Preise. Laut OMR (Herstellerangaben, Stand: 27. Oktober 2026) gilt:

  • Just Social: ab 3,00 € pro Nutzer und Monat bei Jahresabo, mindestens 25 Nutzer, plus 150 € Grundgebühr.
  • LOLYO: 2,10 € pro Nutzer und Monat plus 109 € Grundgebühr.
  • Überblick: ab 100 € pro Monat für bis zu 15 Nutzer.

Eine unabhängige, aktuelle Kostenstudie für Deutschland haben wir nicht gefunden. Fordern Sie deshalb Angebote mit demselben Mengengerüst an, damit sich die Preise vergleichen lassen.


Die richtige Auswahl: Sechs Kriterien für den Mittelstand

Eine gute Auswahl folgt sechs Kriterien, die Sie vor den ersten Demos festlegen:

  1. Microsoft-365-Nutzung — Wer hat ein Konto und eine Lizenz? Beschäftigte ohne Konto sprechen für eine eigenständige Plattform.
  2. Datenstandort und Vertrag — Hosting-Region, Auftragsverarbeitungsvertrag und Unterauftragnehmer prüfen.
  3. Mitbestimmung — Betriebsrat früh einbinden, siehe § 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG.
  4. Zielgruppen und Kanäle — Mobile App, Newsletter und Zugang für Beschäftigte ohne Büroarbeitsplatz.
  5. Redaktion und Betrieb — Wer pflegt Inhalte, wer vergibt Berechtigungen?
  6. Ausstieg — Bei Erweiterungen im Tenant bleiben Inhalte in SharePoint, bei eigenständigen Plattformen klären Sie den Export vertraglich.

Für wen eignet sich was? Unsere Einschätzung

  • 50 bis 300 Beschäftigte, alle mit Microsoft-365-Konto: SharePoint Online prüfen, bevor Sie Zusatzlizenzen kaufen.
  • Fertige Module in Microsoft 365 gewünscht: Jint oder Powell in die Auswahl nehmen.
  • Viele Beschäftigte ohne PC oder Microsoft-Konto: eigenständige Plattformen wie Staffbase oder Haiilo prüfen.
  • Konzern mit mehreren tausend Beschäftigten: Unily, LumApps oder Simpplr vergleichen.


Typische Fehler beim Intranet Anbieter Vergleich

Der häufigste Fehler ist der Vergleich von Funktionslisten statt von Szenarien. Lassen Sie jeden Anbieter drei Ihrer echten Abläufe in der Demo zeigen, etwa eine Mitteilung an alle, einen Richtlinien-Workflow und die Suche.

Ebenso oft fehlt der Betriebsrat in der Anfangsphase, und die Lizenzprüfung für Microsoft 365 bleibt aus. Viele unterschätzen zudem den Betriebsaufwand: Ohne Redaktionsplan veraltet ein Intranet erfahrungsgemäß schnell. Mit Copilot-Einsatz wird außerdem saubere Rechtevergabe wichtiger, wie unser Beitrag Copilot und SharePoint-Intranet vorbereiten zeigt.


Was AURUM für Sie übernimmt

AURUM begleitet Auswahl und Umsetzung aus Nürnberg: von den Anforderungen über Demo-Szenarien bis zum Lizenz- und Datenschutzcheck. Als Microsoft Solutions Partner setzen wir Intranets auf SharePoint um, mehr dazu in unserer SharePoint-Intranet-Beratung. Wollen Sie eine Erweiterung nutzen, führen wir als Partner Jint ein. Ein Beispiel aus der Praxis ist unsere Referenz zur Arano Group.


Häufige Fragen zu Intranet-Anbietern

Welcher Intranet-Anbieter ist der beste für den Mittelstand?

Einen besten Anbieter gibt es nicht, die Architektur entscheidet. Haben alle Beschäftigten ein Microsoft-365-Konto, prüfen Sie zuerst SharePoint Online und gegebenenfalls eine Erweiterung wie Jint oder Powell. Müssen Sie viele Beschäftigte ohne Microsoft-Konto erreichen, kommen eigenständige Plattformen wie Staffbase oder Haiilo infrage. Legen Sie Zielgruppen und Betriebsaufwand fest, bevor Sie Demos ansehen.

Reicht SharePoint Online als Intranet aus?

Für viele Unternehmen mit bis zu 300 Beschäftigten reicht es aus, wenn alle ein Microsoft-365-Konto haben. SharePoint liefert Kommunikationsseiten, Navigation, Suche und Berechtigungen. Mehrkanal-Newsletter gehören nicht zum Standard-Umfang, und der Gestaltungsaufwand liegt bei Ihnen. Mehr als eine Erfahrung in der SharePoint-App in Teams erfordert zusätzliche Viva-Lizenzen.

Was kostet ein Intranet pro Mitarbeiter?

Die meisten Hersteller veröffentlichen keine Preise und rechnen nach Nutzerzahl und Modulen ab. SharePoint Online ist in den Business-Plänen von Microsoft 365 enthalten, Business Basic kostet 6,07 € pro Nutzer und Monat. Kleinere Intranet-Tools nennen laut OMR Preise ab etwa 2 bis 3 € pro Nutzer und Monat. Hinzu kommen Einführung und Betrieb.

Weitere häufige Fragen zu Intranet-Anbietern

Wie stehen Jint und Staffbase zur DSGVO?

Prüfen Sie je Anbieter Hosting-Region, Auftragsverarbeitungsvertrag und Unterauftragnehmer. Staffbase und Haiilo bieten EU-Hosting an, Haiilo in Deutschland. Jint gibt an, Daten im eigenen Microsoft-Tenant zu halten und DSGVO-konform zu sein. Bei Nutzern ohne Microsoft-Lizenz klären Sie den Hosting-Ort gesondert. Eine rechtliche Bewertung ersetzt das nicht.

Muss der Betriebsrat dem Intranet zustimmen?

Häufig ja. Funktionen wie Nutzungsstatistiken, Kommentare oder Reaktionen können Verhalten oder Leistung überwachen. Dann kann ein Mitbestimmungsrecht des Betriebsrats nach § 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG bestehen. Binden Sie ihn vor der Anbieterwahl ein. Das ist keine Rechtsberatung, den Einzelfall klären Sie mit Ihrer Rechtsabteilung.

Fazit: Erst die Architektur klären, dann den Anbieter wählen

Ein guter Intranet Anbieter Vergleich beginnt mit der Frage, ob SharePoint Online mit Ihrer vorhandenen Lizenz genügt. Erst wenn Zielgruppen, Module oder Reichweite mehr verlangen, lohnt dann der Blick auf Jint, Powell oder eigenständige Plattformen. Vergleichen Sie Angebote mit gleichem Mengengerüst und binden Sie den Betriebsrat früh ein.

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