Intranet entwickeln lassen: Agentur, Kosten und Ablauf

Intranet entwickeln lassen – drei Kolleginnen und Kollegen vergleichen Angebot und Projektplan neben Laptop mit Intranet-Startseite - AURUM GmbH - Nürnberg

Ein Intranet entwickeln lassen heißt, einen externen Partner mit Konzept, Aufbau und Einführung zu beauftragen. Für Unternehmen mit Microsoft 365 prüfen Sie zuerst, wie weit SharePoint Online im Standard reicht, denn die Lizenz ist meist schon bezahlt. Der größte Kostenblock ist dann der Projektaufwand: In der Beispielrechnung von AURUM aus Nürnberg liegt er bei 50 bis 300 Mitarbeitenden einmalig bei rund 12.000 bis 57.000 Euro. Dieser Leitfaden zeigt, wen Sie beauftragen können, was die Kosten treibt, welches Vertragsmodell passt und wie der Ablauf aussieht. Er stützt sich auf veröffentlichte Quellen (Stand: 4. November 2026). Eine unabhängige Marktstudie zu den Kosten haben wir nicht gefunden, deshalb nennen wir jede Zahlenquelle.

Intranet entwickeln lassen: Agentur, Berater oder selbst bauen?

Es gibt drei Wege: das eigene IT-Team, einen Microsoft-Partner oder Berater und eine Intranet- oder Kommunikationsagentur. Ob Sie ein Intranet erstellen lassen oder selbst bauen, hängt vom Umfang ab. Laut Microsoft können Nutzer im SharePoint-Standard Intranet-Seiten ohne Code erstellen. Kleine Intranets ohne Migration bauen versierte IT-Teams deshalb häufig selbst.

OptionPasst typischerweise, wennDarauf achten
Eigenes IT-TeamDas Intranet ist klein, SharePoint-Kenntnisse sind vorhanden, es gibt keine MigrationZeit für Konzept, Governance und Redaktion einplanen
Microsoft-Partner oder BeraterKonzept, Berechtigungen, Migration und Integrationen gehören zusammenReferenzen und SharePoint-Erfahrung prüfen
Intranet- oder KommunikationsagenturDesign, Redaktion und Change-Kommunikation stehen im VordergrundTechnische Tiefe in Microsoft 365 und den Betrieb klären

 

Intranet entwickeln lassen: Was kostet das?

Die Kosten der Intranet-Entwicklung bestehen aus Lizenzen, Projektaufwand und Betrieb; der einmalige Projektaufwand liegt in der Beispielrechnung von AURUM bei rund 12.000 bis 57.000 Euro (Rechenwert, kein Angebot). Bei SharePoint ist die Lizenz meist schon enthalten: Business Basic kostet laut Microsoft 6,07 € pro Nutzer und Monat (zzgl. MwSt., Jahresabo, Stand: 3. November 2026). Der Projektaufwand ist deshalb der größte Posten.

Was die Kosten treibt

  • Umfang: Zahl der Sites, Sprachen und Standorte
  • Migration: bestehende Inhalte aus Fileserver oder Altintranet
  • Berechtigungen: je komplexer die Rollen, desto mehr Abstimmung
  • Integrationen: Schnittstellen zu HR-, CRM- oder ERP-Systemen
  • Individualentwicklung: eigene Web Parts statt Standardfunktionen
  • Design und Schulung: Branding, Redakteurs- und Nutzerschulungen

Je mehr Sie im Standard lösen, desto geringer ist der Aufwand.

Tagessätze als Rechenbasis

Der Projektaufwand ergibt sich aus Beratertagen mal Tagessatz. Als Orientierung dienen die Tagessätze 2026 des Benchmark-Anbieters Metrics aus abgeschlossenen Verträgen in Europa (veröffentlicht am 11. März 2026):

RolleTagessatz 2026
Systemengineering und Beratung (Infrastruktur, Skill 2)1.065 €
Projektmanagement und IT-Architektur (Infrastruktur, Skill 3)1.369 €
Entwickler (mehr als drei Jahre Erfahrung)805 €
Senior-Entwickler (mehr als sieben Jahre Erfahrung)1.192 €

Die Werte sind Mittelwerte ohne Mehrwertsteuer und Reisekosten für einen Acht-Stunden-Tag. Sie stammen aus Verträgen von Kunden mit IT-Dienstleistern; einen eigenen Wert für SharePoint-Spezialisten gibt es nicht. Die Beispielrechnung von AURUM rechnet mit 1.100 € pro Tag als Rechenwert, das ist kein Angebot. Daraus ergeben sich einmalige Projektkosten von rund 12.000 € (11 Beratertage, 50 Mitarbeitende) bis rund 57.000 € (52 Beratertage, 300 Mitarbeitende).

Laufende Kosten nach dem Go-live

Nach dem Start fallen Support, Pflege und Redaktion an. In der Beispielrechnung von AURUM sind das drei bis zehn Beratertage pro Jahr, je nach Größe. Außerdem kommt die Arbeitszeit Ihrer eigenen Redakteure hinzu; dafür haben wir keine belastbare Vergleichszahl gefunden. Zusatzprodukte, etwa Intranet-Erweiterungen, werden dagegen meist auf Anfrage berechnet.

 

Festpreis, Aufwand oder Rahmenvertrag: Welches Modell passt?

Ein Festpreis passt für klar abgrenzbare Lieferungen, die Abrechnung nach Aufwand für Konzept und Pilot, ein Rahmenvertrag für den Betrieb. Rechtlich entspricht ein Festpreis mit definiertem Ergebnis meist einem Werkvertrag nach §631 BGB, die Beratung nach Aufwand meist einem Dienstvertrag nach §611 BGB. In der Praxis sind Mischformen üblich; die Einordnung hängt vom Vertragstext ab.

ModellTypische EinordnungPasst fürRisiko
FestpreisWerkvertrag: Erfolg und Abnahme geschuldetDefinierte Lieferung, etwa Vorlagen oder Web PartsÄnderungswünsche kosten extra, der Umfang muss genau beschrieben sein
Nach AufwandDienstvertrag: Tätigkeit geschuldetKonzept, Workshops, Pilot, offene AnforderungenBudget schwerer planbar, daher Obergrenze und Berichte vereinbaren
RahmenvertragMeist DienstvertragBetrieb, Support, WeiterentwicklungKontingent und Reaktionszeiten klar festlegen

Abnahme: Wann ist ein Intranet fertig?

Legen Sie Abnahmekriterien vor dem Start fest, zum Beispiel Funktionsumfang, Testprotokoll, geschulte Redakteure und Dokumentation. Bei einem Werkvertrag muss der Besteller das vertragsmäßig hergestellte Werk abnehmen; wegen unwesentlicher Mängel darf er die Abnahme nicht verweigern (§640 BGB). Außerdem empfiehlt Microsoft, zuerst ein Szenario als Prototyp aufzubauen und zu pilotieren. Ein Intranet ist laut Microsoft nie endgültig fertig, planen Sie daher Betrieb und Weiterentwicklung ein.

 

Intranet entwickeln lassen: Der Ablauf von der Anfrage bis zum Go-live

Ein Intranet-Projekt läuft in sieben Etappen von der Zielklärung bis zum Betrieb. Die inhaltliche Planung beschreibt unser Beitrag Intranet mit SharePoint: Planung in 7 Schritten. Hier geht es um die Beauftragung:

  1. Ziele und Anforderungen klären — intern, mit Sponsor und Key Usern.
  2. Zwei bis drei Anbieter anfragen — gleiche Anforderungen, gleiche Basis für die Angebote.
  3. Prototyp oder Pilot beauftragen — ein Szenario, bevor das Gesamtprojekt startet.
  4. Vertrag schließen — Leistung, Abnahme, Nutzungsrechte und Auftragsverarbeitung regeln.
  5. Konzept und Aufbau — Struktur, Berechtigungen, Design und Migration.
  6. Pilot, Schulung und Go-live — Pilotgruppe, Redakteure, Rollout.
  7. Betrieb und Weiterentwicklung — Support, Governance und Auswertung.

In der Beispielrechnung von AURUM dauert die Umsetzung etwa vier bis acht Wochen bei 50 und drei bis fünf Monate bei 300 Mitarbeitenden. Die interne Vorbereitung ist dabei allerdings nicht enthalten.

 

So wählen Sie die passende SharePoint-Intranet-Agentur aus

Wählen Sie nach Referenzen, Microsoft-Kompetenz, Angebotsbasis und Übergabe, nicht nach dem niedrigsten Preis. Die IHK Region Stuttgart empfiehlt für die Auswahl von Software und Dienstleistern eine Shortlist mit drei bis fünf Anbietern, gewichtete Kriterien und einen Test mit Key Usern.

Eine Auszeichnung als Microsoft Solutions Partner setzt laut Microsoft mindestens 70 von 100 möglichen Punkten voraus. Sie sagt allerdings nichts über den Erfolg eines einzelnen Intranet-Projekts aus. Prüfen Sie deshalb den Eintrag im Microsoft-Partnerverzeichnis und fordern Sie Referenzen ähnlicher Größe an.

Sieben Fragen an jeden Anbieter

  1. Welche vergleichbaren Intranets haben Sie umgesetzt, und kann ich mit einem Kunden sprechen?
  2. Welche Teile liefern Sie im SharePoint-Standard, welche per Eigenentwicklung?
  3. Wer arbeitet im Projekt, und wer ist mein Ansprechpartner?
  4. Welche Annahmen und Nicht-Leistungen stehen im Angebot?
  5. Wie läuft ein Änderungswunsch ab, und was kostet er?
  6. Was erhalte ich zur Übergabe: Dokumentation, Admin-Rechte, Quellcode?
  7. Was kostet der Betrieb nach dem Go-live?

 

Wem gehört der Code? Rechte, Dokumentation und Ausstieg

Nutzungsrechte und Quellcode sollten Sie ausdrücklich vereinbaren, denn sonst hängt der Umfang vom Vertragszweck ab. Programme sind nach §69a UrhG urheberrechtlich geschützt. Nach §31 UrhG kann das Nutzungsrecht einfach oder ausschließlich sein. Ist die Nutzungsart nicht benannt, bestimmt der Vertragszweck den Umfang.

Klären Sie deshalb drei Punkte: Dürfen Sie die Lösung durch einen anderen Anbieter weiterentwickeln lassen? Erhalten Sie das SPFx-Lösungspaket und den Quellcode samt Build-Anleitung? Welche Fremdbibliotheken stecken zudem darin? Für den Ausstieg gehören außerdem Dokumentation und Admin-Rechte in den Vertrag. Das ist keine Rechtsberatung.

 

SharePoint-Standard, Zusatzprodukt oder Eigenentwicklung?

Prüfen Sie zuerst den Standard. SharePoint Online bietet Kommunikationswebsites, Hub-Sites und News ohne Code. Eigene Erweiterungen entstehen über das SharePoint Framework; Szenarien außerhalb der Dokumentation gelten laut Microsoft als nicht unterstützt.

VarianteSinnvoll, wennFolge für Kosten und Betrieb
SharePoint-StandardSeiten, News, Hubs und Navigation genügenGeringster Aufwand, Lizenz meist vorhanden
Zusatzprodukt (zum Beispiel Jint)Fertige Module wie Newsletter oder Verzeichnis gewünschtZusätzliche Lizenz, Preis auf Anfrage
Eigenentwicklung (SPFx)Besondere Anforderungen, die der Standard nicht abdecktHöherer Aufwand, Pflege bei Updates, Rechte klären

Beachten Sie auch Lizenzgrenzen: Die SharePoint-App in Teams erlaubt ohne Viva-Lizenz nur eine Erfahrung. AURUM ist Partner von Jint, Details finden Sie auf der Jint-Partnerseite. Für individuelle Anforderungen setzen wir Geschäftsanwendungen und Schnittstellen um.

 

Betriebsrat, Datenschutz und Förderung früh klären

Beziehen Sie den Betriebsrat vor der Beauftragung ein. Nach §87 Absatz 1 Nummer 6 BetrVG hat er mitzubestimmen bei der Einführung technischer Einrichtungen, die dazu bestimmt sind, Verhalten oder Leistung der Arbeitnehmer zu überwachen. Nutzungsstatistiken, Kommentare und Reaktionen im Intranet können dazu zählen; die Einordnung hängt vom Einzelfall ab.

Erhält der Anbieter Zugriff auf personenbezogene Daten in Ihrem Microsoft-365-Mandanten, kann ein Vertrag zur Auftragsverarbeitung nach Artikel 28 DSGVO nötig sein. Für seine Cloud-Dienste stellt Microsoft eigene Vertragsbedingungen bereit (Product Terms und Datenverarbeitungsnachtrag); der Dienstleister braucht dagegen einen eigenen Vertrag.

Zur Förderung: Der Digitalbonus Bayern richtet sich an Unternehmen mit weniger als 50 Beschäftigten und schließt Standardsoftware aus. Ein Intranet nennt das Programm nicht ausdrücklich. Mehr dazu in unserem Beitrag zum Digitalbonus Bayern.

 

Typische Fehler bei der Beauftragung

Die häufigsten Fehler lassen sich vor der Unterschrift vermeiden, denn sie entstehen meist aus unklaren Annahmen, fehlenden Abnahmekriterien und ungeklärten Rechten:

  • Angebote ohne gleiche Basis vergleichen: Verschiedene Annahmen machen Preise unvergleichbar.
  • Festpreis ohne Abnahmekriterien: Ohne klares Ziel streiten beide Seiten über „fertig“.
  • Kein Prototyp oder Pilot: Probleme zeigen sich erst nach dem Go-live.
  • Eigenaufwand unterschätzen: Inhalte, Entscheidungen und Redaktion bleiben bei Ihnen.
  • Rechte und Quellcode ungeklärt: Ein Anbieterwechsel wird später teuer.
  • Betriebsrat zu spät einbinden: Das verzögert den Start.
  • Individuell statt Standard: Eigenentwicklung erzeugt Folgekosten bei jedem Update.

 

Was AURUM für Sie übernimmt

Als Microsoft Solutions Partner aus Nürnberg setzt AURUM Intranets auf SharePoint um, mehr dazu in der SharePoint-Intranet-Beratung. Wir unterstützen bei Anforderungen, Konzept, Aufbau, Migration, Schulung und Betrieb. Wir sind selbst Anbieter, vergleichen Sie unser Angebot daher wie jedes andere. Wie eine Beispielrechnung aussieht, zeigt unser Beitrag SharePoint Intranet Kosten 2026. Projekte finden Sie unter Referenzen. Wollen Sie das Intranet später mit Copilot nutzen, lesen Sie Copilot und SharePoint-Intranet vorbereiten.


Häufige Fragen zum Intranet entwickeln lassen

Was kostet es, ein Intranet entwickeln zu lassen?

Die Kosten hängen vom Umfang ab. In der Beispielrechnung von AURUM liegen die einmaligen Projektkosten für 50 bis 300 Mitarbeitende bei rund 12.000 bis 57.000 Euro, dazu kommen laufende Kosten und die Arbeitszeit Ihrer Redakteure. Bei SharePoint ist die Lizenz meist schon in Microsoft 365 enthalten. Eine unabhängige Marktstudie dazu haben wir nicht gefunden.

Wie lange dauert die Entwicklung eines Intranets?

In der Beispielrechnung von AURUM dauert die Umsetzung etwa vier bis acht Wochen bei 50 Mitarbeitenden und drei bis fünf Monate bei 300 Mitarbeitenden. Die interne Vorbereitung und der Pilot kommen hinzu. Komplexe Migrationen, mehrere Sprachen oder Schnittstellen verlängern das Projekt.

Festpreis oder Abrechnung nach Aufwand: Was ist besser?

Ein Festpreis passt für klar abgrenzbare Lieferungen mit definiertem Ergebnis. Konzept, Workshops und Pilot lassen sich besser nach Aufwand mit Obergrenze abrechnen. Viele Projekte kombinieren beides. Die rechtliche Einordnung hängt vom Vertragstext ab, im Zweifel klärt sie eine Rechtsberatung.

Weitere häufige Fragen zum Intranet entwickeln lassen

Reicht unsere IT-Abteilung für ein Intranet aus?

Für kleine Intranets ohne Migration und Eigenentwicklung oft ja, weil SharePoint Online Seiten im Standard ohne Code ermöglicht. Dagegen lohnt sich externe Unterstützung bei mehreren Standorten, Altsystem-Migration, Schnittstellen oder Individualentwicklung. Planen Sie in jedem Fall Zeit für Konzept, Governance und Redaktion ein.

Gibt es eine Förderung für ein Intranet in Bayern?

Der Digitalbonus Bayern fördert laut Programmseite (Stand: November 2026) bis zu 50 Prozent der förderfähigen Kosten, höchstens 7.500 Euro (Standard) oder 30.000 Euro (Plus). Antragsberechtigt sind Unternehmen mit weniger als 50 Beschäftigten. Standardsoftware ist ausgeschlossen, ein Intranet nennt das Programm nicht ausdrücklich. Lassen Sie die Förderfähigkeit vorab beim Programm bestätigen und beginnen Sie das Projekt nicht vor dem Antrag.

Fazit: Erst den Standard prüfen, dann den Partner wählen

Wer ein Intranet entwickeln lassen will, klärt zuerst Umfang und Standard, dann das Vertragsmodell und die Rechte am Ergebnis. Vergleichen Sie Angebote auf gleicher Basis und beauftragen Sie zuerst einen Prototyp. Dadurch bleiben Kosten planbar und ein Anbieterwechsel bleibt möglich.

 

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